Die Erinnerung an Opfer als Mahnung wachhalten
Anlässlich des Volkstrauertages gedachten in Ober-Roden und Urberach bei den von der Stadt Rödermark und den Ortsverbänden des Vdk organisierten Gedenkfeiern wieder viele Bürger der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Feierlich umrahmt wurden die Gedenkfeiern in Ober-Roden von musikalischen Beiträgen des evangelischen Posaunenchores und der Lehr`schen Chöre sowie des Posaunenchores der evangelischen Petrusgemeinde und des katholischen Kirchenchores Cäcilia der Gallus-Gemeinde in Urberach.
Auch wenn es weiterhin Kriege auf der Erde gebe, sei für uns der Frieden eine Selbstverständlichkeit geworden, sagte der Erste Stadtrat Alexander Sturm bei seiner Ansprache in der Ober-Röder Trauerhalle auf dem Friedhof, bevor er mit dem Vdk-Vorsitzenden Bernd Koop und Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht den Kranz am Ehrenmal niederlegte. Auch wenn die Zeitzeugen der Weltkriege weniger werden, so müsse gerade dieses Gedenken neuerliches Unglück verhindern. "Wenn wir uns die Abschiedsszenen ins Ungewisse vorstellen, von denen, die uns so wichtig sind, das drohende Unheil, sich nie mehr zu begegnen, die Worte nicht mehr zueinander sprechen zu können, die noch zu sagen wären, das Viele geplante nicht mehr gemeinsam zu erleben, die Eltern nicht mehr alt und die Kinder nicht mehr groß werden sehen, erst dann eröffnet sich uns eine Ahnung davon, wie viel uns dieser Friede, in dem wir leben dürfen, bedeutet", so Sturm weiter. “Solange es noch Waffen gibt, Hass im Herzen, Kinder keine Liebe bekommen, Heuchelei das Leben bestimmt, Menschen andere Menschen quälen, Einsicht fehlt und Unschuldige leiden, wird es keinen Frieden geben“, mahnte Koop.
In seiner Ansprache in Urberach erinnerte Bürgermeister Roland Kern an seinen Onkel Martin Schwarzkopf, der im Dezember 1943 im Alter von 19 Jahren als Panzergrenadier in Russland starb. Zwei Tage vor seinem Tod hatte er noch einen letzten Brief an seine Familie geschrieben, den Kern vortrug. Die ganze Sinnlosigkeit des Krieges wurde damit an einem einzelnen Schicksal, stellvertretend für millionenfaches Leid, vor Augen geführt. "Eine Gesellschaft muss Trauer leisten, um die Substanz des Lebens zu erkennen", fuhr der Bürgermeister fort und verwies auf die Gründungserklärung des UN-Kinderhilfswerks, wo es heißt: "Da Kriege in den Seelen von Menschen ihren Ursprung haben, muss die Verteidigung des Friedens in der Seele des Menschen entstehen." um Abschluss der Gedenkstunde legte Bürgermeister Kern, begleitet von dem VdK-Vorsitzenden Uwe Otto, Pfarrer Klaus Gaebler und Pfarrerin Sonja Mattes sowie der Feuerwehr den Kranz am Denkmal für die Toten des 2. Weltkriegs nieder.




