Bürgermeister Roland Kern: "Prävention gegen Gewalt"

Durch die Gewalttaten, die in jüngster Zeit in unserer Stadt die Bevölkerung erschüttert haben, sind wir sensibler geworden für Probleme, die sich aus Gewaltdelikten ergeben.

Immer wieder werde ich auch als Bürgermeister am Telefon oder durch Briefe aufmerksam gemacht auf Vorgänge, die vielleicht noch nicht zu staatsanwaltlichen Ermittlungen führen müssen, die aber doch dazu angetan sind, Menschen in ihrer Würde zu verletzten und die Befürchtung zulassen, unter bestimmten Umständen zu schrecklichen Konsequenzen zu eskalieren.

Gewaltprävention in Kindergarten und Schule

Leider können wir gewalttätige Auseinandersetzungen schon im Kindergartenbereich und in der Grundschule antreffen. Das beginnt mit kleinen Regelverstößen wie Raufereien und Bandenbildung zur Unterdrückung anderer, bis zu Erpressungen und Lebensbedrohungen.

Deshalb muss schon sehr früh mit der Gewaltprävention begonnen werden. Der Präventionsrat hat ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Erzieherinnen, Lehrer/-innen und Eltern darüber beraten, nach welchen allgemeinen Grundsätzen Kinder in Einrichtungen unserer Stadt erzogen werden. Bis zum Ende dieses Jahres soll unter der Leitung von Karlheinz Busse, einem erfahrenen Leiter der Caritasberatungstelle, ein Regelkatalog erstellt werden, über den in den Kindergärten und Schulen bei Elternversammlungen und Konferenzen diskutiert wird.

Stabsstelle "Prävention gegen Gewalt"

In vielfältiger Weise werden mir Ratschläge und Anregungen zu vorbeugenden Maßnahmen gegen Gewalt angetragen, oft mit der schon fast resignierenden Feststellung: Es geschieht ja doch nichts.

Ich habe mich deswegen entschlossen, im Rathaus eine Stabsstelle "Prävention gegen Gewalt" zu bilden, zu der ich jeweils ein Mitglied des Ordnungsamtes und der Jugendpflege hinzuziehen werde.

Unsere Zielgruppe sollen Kinder und Jugendliche sein, die auffällig werden und sonstige Problemgruppen oder Einzelpersonen, die unserer besonderen Zuwendung bedürfen.
In dieser Stabsstelle werden alle Hinweise und Anregungen entgegengenommen und vor allem Gewaltdelikte – auch wenn sie in ihrer Dimension noch keinen kriminellen Charakter haben - registriert und nach Problemlösungen gesucht.

Jede Bürgerin und jeder Bürger der in dieser Hinsicht eine Beschwerde vorträgt, wird nach einer angemessenen Frist Nachricht darüber bekommen, was in dieser Angelegenheit unternommen worden ist.
Ziel meiner Bemühungen ist es, Gewalttaten - welcher Qualität auch immer - aus der Anonymität herauszuholen und dem weitverbreiteten Eindruck entgegenzuwirken, dass in unserer Stadt über Gewaltdelikte einfach hinweggesehen wird.

Wie wird gearbeitet?

Ihre Beschwerde oder Ihr Hinweis geht an :
Herr Manfred Pauschert
Telefon 911-910 oder Fax 911-1910

Je nach Notwendigkeit tritt der Mitarbeiterstab zusammen und berät darüber, was zu tun ist.Dabei bedient er sich auch der Mithilfe geeigneter Personen oder Institutionen (Kirche, Vereine, Polizei, Ausländerbeirat u. a.).

Nach einer angemessenen Frist wird dem Informanten mitgeteilt, was in der von ihm initiierten Angelegenheit unternommen worden ist.

Ich bin davon überzeugt, dass im zwischenmenschlichen Bereich durch rechtzeitiges Handeln viel getan werden kann, um Schlimmes zu verhüten. Wir wollen diese Chance nutzen.

Roland Kern, Bürgermeister